WLAN-Adapter – alle Infos

Ein WLAN-Adapter ist ein kleines Stück Hardware, mit dem sich verschiedene Geräte über eine Standard-Schnittstelle mit einem drahtlosen Netzwerk verbinden lassen. Drahtlose Kommunikation hat auch im Netzwerkbereich die drahtgebundene Varianten nahezu völlig verdrängt. Sobald ein Gerät nicht über einen internen WLAN-Adapter verfügt, muss auf einen externen Adapter zurückgegriffen werden. Diese lassen sich aufgrund ihrer geringen Größe gut in bestehende EDV-Setups integrieren und existieren in verschiedenen Ausführungen.

Anwendungsfälle – Wofür werden externe WLAN-Adapter benötigt?

Der Einsatz eines externen WLAN-Adapters bietet sich immer dann an, wenn eine Verbindung mit einem drahtlosen Netzwerk erforderlich ist und das betroffene Gerät nicht über eine interne Lösung verfügt. Das ist bei vielen älteren PCs oder Laptops der Fall, die produziert wurden, bevor sich drahtlose Netze als Standard etabliert hatten.

Aber auch moderne Geräte verfügen nicht immer von Haus aus über WLAN-Konnektivität. So haben aktuelle Smart-TVs aus den billigeren Segmenten zwar oft softwareseitig die nötigen Voraussetzungen, um mit einem drahtlosen Netz verbunden zu werden, verfügen aber nicht über die nötige Hardware. Ähnlich ist es bei älteren Spielkonsolen wie der Xbox 360. Auch diese Geräte können mit Hilfe eines externen WLAN-Adapters in bestehende WLAN-Netze eingebunden werden.

WLAN-Adapter kommen in verschiedenen Ausführungen

Externe WLAN-Adapter werden zumeist über den USB-Port mit dem Endgerät verbunden. Bei den Adaptern für den USB-Anschluss lassen sich zwei Kategorien unterscheiden.

WLAN-Sticks: Diese sind klein und handlich und ähneln von den Ausmaßen her einem gewöhnlichen USB-Stick. Sie kommen meist ohne externe Antenne aus.

WLAN-Adapter mit großem Gehäuse: Diese Geräte stehen anders als die WLAN-Sticks eigenständig neben dem Endgerät und werden über ein USB-Kabel mit diesem verbunden. Sie verfügen über eine größere Leistung und somit über mehr Reichweite als WLAN Sticks und haben oft ein eigenes Netzteil. Ihr Aussehen gleicht bereits kleineren WLAN-Routern.

Eine Sonderkategorie der externen WLAN-Adapter stellen WLAN-Ethernet-Bridges da. Statt über den USB-Port erfolgt die Verbindung mit dem Endgerät über ein Netzwerkkabel, das an den LAN-Anschluss angeschlossen wird.

Die verschiedenen WLAN-Standards – welcher Adapter für welches Netz?

Externe WLAN-Adapter kommen in verschiedenen Ausführungen und unterstützen unterschiedliche WLAN-Standards. Über welchen Standard die Verbindung aufgebaut wird, hängt vom verwendeten WLAN-Router ab. Bei der Entscheidung für einen WLAN-Adapter sollte also stets bedacht werden, für welche Einsatzgebiete dieser vorgesehen ist. Die Antwort auf diese Frage wirkt sich auch auf den Preis des Adapters aus.

Moderne WLAN-Netze greifen auf den IEEE 802.11 Standard zurück. Es werden verschiedene Unterstandards unterschieden.

802.11 a/b/g

Diese Standards erreichen Übertragungsraten von bis zu 54 MBit/s. WLAN-Adapter, die nur diese Standards unterstützen, sind heutzutage selten.

802.11 n

Dieser Standard überträgt Daten je nach Hardware mit 150 – 600 Mbit/s und wird von den meisten WLAN-Adaptern unterstützt.

802.11 ac

Dieser wird auch als Gigabit-WLAN bezeichnet und überträgt Daten mit bis zu 1300 Mbit/s. WLAN-Adapter, die diesen Standard unterstützen, sind oft recht teuer.


Der in einem Netzwerk verwendete Standard wird vom Router bestimmt. Die WLAN-Adapter sind abwärtskompatibel. Das heißt, ein Adapter, der den 802.11n-Standard unterstützt, unterstützt auch 802.11a/b/g. Er kann sich jedoch nicht mit einem Netz verbinden, das den 802.11ac-Standard nutzt. Zwar können die meisten Router diesen Umstand kompensieren, indem sie den WLAN-Standard einfach an den geringsten von den verbundenen WLAN-Adaptern unterstützten Standard anpassen, aber dann bremst der schwächste Adapter das komplette Netz aus.

WLAN und Sicherheit

Bei der Verwendung von externen WLAN-Adaptern tun sich die gleichen Sicherheitsprobleme wie bei jedem drahtlosen Netzwerk auf. Die Daten werden per Funktechnologie übertragen und sind somit besonders anfällig für Angriffe Dritter. Daher ist auf eine möglichst sichere Verschlüsselung des Netzwerks zu achten.

Es existieren drei verbreitete Verschlüsselungsprotokolle: WEP, WPA und WPA 2. WEP ist ein veraltetes Protokoll und sollte nicht mehr verwendet werden. Sicherer sind WPA und WPA 2, wobei WPA 2 auf die sicherere Verschlüsselungsmethode AES setzt und somit zu bevorzugen ist. In Kombination mit einem sicheren Passwort (willkürliche Kombination aus Buchstaben und Zahlen) ist ein mit WPA 2 geschütztes WLAN nur sehr schwer angreifbar.

Um das Netzwerk optimal gegen Angriffe von außen abzusichern, empfiehlt es sich, den Router so einzustellen, dass nur Geräten mit von Hand registrierter Mac-Adresse der Zugriff erlaubt wird. Das hat zwar den Nachteil, dass jedes neue Gerät im Router manuell registriert werden muss, verhindert aber effektiv, dass Angreifer von außen auf den Router und das Netzwerk zugreifen können.

Die Reichweite – Wie weit darf das Endgerät vom Router entfernt stehen?

Die Reichweite von WLAN-Netzen ist von verschiedenen Faktoren abhängig. So ist entscheidend, welcher Router und welcher WLAN-Adapter verwendet wird. Außerdem spielt der verwendete WLAN-Standard eine Rolle. Generell lässt sich sagen, dass die neueren Standards auch mehr Reichweite haben.
Von entscheidender Bedeutung sind auch die Übertragungsbedingungen. Wenn das Signal mehrere Wände überwinden muss, kann die Reichweite abhängig vom Baumaterial sehr schnell sehr klein werden.

Eine pauschale Antwort auf die Frage nach der Reichweite von WLAN-Netzwerken lässt sich daher nicht geben. Bei langsamer Übertragungsrate sollte nach Möglichkeit auf einen schnelleren WLAN-Standard gewechselt werden. Ansonsten kann über den Einsatz eines WLAN-Repeaters nachgedacht werden.
Kombinationen aus modernen Routern und modernen WLAN-Adaptern sollten aber in der Lage sein, die Strecken in einer normal großen Wohnung inklusive in der Funkstrecke liegenden Wände zu überwinden.

Worauf beim Kauf eines WLAN-Adapters geachtet werden sollte

WLAN-Sticks sind schon sehr günstig zu haben. Jedoch gilt wie so oft: Wer Qualität will, muss für diese zahlen. Es sollte ein WLAN-Adapter gewählt werden, der mindestens den 802.11n-Standard unterstützt. Des weiteren lohnt es sich, zu namenhaften Herstellern zu greifen, da deren Produkte zumeist besser verarbeitet und somit langlebiger sind.
Ein WLAN-Stick ist für die meisten Anwendungsfälle ausreichend. Allein stehende WLAN-Adapter ergeben nur dann Sinn, wenn das Plus an Leistung wirklich benötigt wird.
Zudem sollte bedacht werden, welchen USB-Anschluss der Adapter haben soll. Ab dem 802.11n-Standard lohnt sich ein Stick mit USB 3.0, da sonst die Übertragungsrate des Sticks höher als die des USB-Anschlusses ist.

WLAN-Adapter im Test – darauf achten die Experten

Wenn ein externer WLAN-Adapter auf den Prüfstand kommt, sind verschiedene Faktoren entscheidend.

An erster Stelle steht die technische Qualität des Adapters. Getestet werden Dinge wie die maximale Übertragungsrate, die Reichweite und die Stabilität des Signals. Wichtig ist aber auch, dass der Adapter unter dauerhafter Belastung verlässlich arbeitet. Außerdem werden die verschiedenen technischen Komponenten des Adapters auf ihre Qualität hin untersucht.
Des weiteren ist die Verarbeitungsqualität in einem Test interessant. Welche Materialien wurden verwendet? Weist der Adapter Spaltmaße oder andere Anzeichen von unsauberer Verarbeitung auf? Hält er ein angemessenes Maß an mechanischer Belastung aus? Kann er Stürze aus verschiedenen Höhen tolerieren? All diese Fragen spielen eine Rolle, wenn der Adapter auf seine Verarbeitung hin geprüft wird.

Als letztes gilt es noch, das Design zu beurteilen. Dies ist zwar eine Geschmacksfrage, aber aus dem Design ergibt sich auch die Erfonomie eines WLAN-Adapters. Dieser sollte sich mühelos aus dem USB-Port entfernen und wieder einstecken lassen. Er darf also nicht zu klein sein. Ist er jedoch zu groß, ist er eventuell nicht mehr für alle Einsatzgebiete geeignet.

Wenn der WLAN-Adapter nicht funktioniert

Wenn es nicht möglich ist, mit dem Adapter eine Verbindung herzustellen, dann kann das verschiedene Ursachen haben. Zuerst sollte geprüft werden, ob die aktuellen Treiber für den Adapter installiert sind. Dann sollte überprüft werden, ob der Adapter mit dem verwendeten Standard des WLAN-Routers kompatibel ist. Eventuell ist auch die Entfernung zwischen Router und Endgerät zu groß.
Sind diese Faktoren als Fehlerquelle ausgeschlossen, sollte der Adapter auf mechanische Beschädigungen untersucht werden. Besonders anfällig sind hierbei eventuell vorhandene Antennen sowie der USB-Anschluss. Nicht jede Beschädigung ist mit dem bloßen Auge zu erkennen. Besonders nach Stürzen kann ein Schaden auch im Inneren des Adapters entstehen. Mechanisch beschädigte WLAN-Adapter lassen sich in den seltensten Fällen wirtschaftlich sinnvoll reparieren. Zumeist ist es empfehlenswert, den Adapter schlicht auzutauschen.